1. Gründungsidee
Am 15.12.1994 wurde in Bensheim der Hospiz-Verein
Bergstraße e.V. zur ambulanten Begleitung unheilbar kranker
und sterbender Menschen gegründet, um deren Lebenssituation
in Bensheim und Umgebung zu verbessern. Der Hospiz-Verein
Bergstraße e.V. (HVB) ist politisch und konfessionell
unabhängig und arbeitet eigenständig und
selbstverantwortlich.
2. Grundgedanken der Hospizarbeit
In der Hospizarbeit setzen sich
die HospizhelferInnen für eine liebevolle Begleitung
von unheilbar kranken und sterbenden Menschen sowie deren
Angehörigen ein. Sie möchten
- ein lebenswertes Leben durch Fürsorge, Beistand
und Begleitung in der letzten Lebenszeit im
vertrauten Umfeld ermöglichen,
- die Würde und Mündigkeit des Menschen bewahren
helfen,
- die Wünsche des Betroffenen in den Vordergrund
stellen,
- mithelfen, durch eine gezielte Schmerztherapie
die Schmerzen des Kranken in erträglichen Grenzen
zu halten,
- seelische Schmerzen ernst nehmen und
aushalten,
- dem Menschen helfen, noch letzte Dinge regeln zu
können,
- für ihn da sein in seiner besonderen
Situation.
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3. Ziele unserer Hospizarbeit
Wir haben uns zum Ziel gesetzt,
- das Sterben, wie die Geburt, als Teil des Lebens
anzuerkennen und zu akzeptieren,
- Leiden und Sterben weder künstlich zu verlängern
noch gezielt zu verkürzen,
- sowohl alle Ängste und Bedürfnisse im
Zusammenhang mit Leid und Schmerz, als auch
Einsamkeit und Verlassenheit wahr- und ernst zu
nehmen,
- den Sterbenden mit Wahrhaftigkeit und Echtheit,
mit menschlicher Nähe und Zuwendung zu
begegnen,
- das Selbstbestimmungsrecht und die Individualität
des Patienten zu achten,
- ein Sterben im Kreis der Familie anzustreben und
die Voraussetzungen dafür, soweit möglich, zu
schaffen,
- die trauernden Angehörigen (auf Wunsch) über den
Tod des Patienten hinaus zu begleiten und zu
unterstützen,
- alle ergänzenden Dienste (ambulante Pflege, Essen
auf Rädern, Seelsorge u.a.) zu berücksichtigen und in
das Versorgungsnetz einzubinden.
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4. Umsetzung der Hospiz-Idee
Wir setzen die Hospiz-Idee um durch:
- die Begleitung
unheilbar kranker und sterbender Menschen und deren
Angehörigen,
- die Beratung von Patienten und Angehörigen zu
Hause oder in der Geschäftsstelle über
Schmerztherapie, palliative Pflege,
Patientenverfügungen, ergänzende Dienste
u.v.a.m.,
- das Anbieten von
Einzelgesprächen und Gesprächskreisen für
Trauernde,
- die Vorbereitung und Schulung von HospizhelferInnen,
- die "Begleitung der Begleiter" (u.a.
Supervisionen),
- eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung der
Multiplikatoren und der ehrenamtlichen
MitarbeiterInnen in hospizrelevanten Themen,
- die Ausbildung von
Schülern während ihres Hospiz-Einsatzes in
Kooperation mit dem Heilig-Geist-Hospital Bensheim
- die Betreuung von
Praktikanten
- die Gewinnung von Mitgliedern und Interessenten,
- die Verbesserung der Hospizarbeit auf
Kreisebene,
- Öffentlichkeitsarbeit, z.B.:
-
die
Aufklärung/Information über die Hospizidee in
verschiedenen Veranstaltungen, z.B.
Gesprächsabenden und Podiumsdiskussionen,
-
das Halten von
Vorträgen und Seminaren in Einrichtungen wie
Schulen (Religionsunterricht),
Kindertagesstätten (z.B. beim Tod eines Kindes
oder eines Angehörigen), Berufsbildungszentren,
Behinderteneinrichtungen, Kirchengemeinden
(Firm- und Konfirmandengruppen), angrenzenden
Hospizdiensten, Selbsthilfegruppen,
Krankenhäusern sowie bei ärztlichen
Fortbildungsveranstaltungen,
-
Information der
politischen Gremien auf Gemeinde- und
Kreisebene,
-
die
Veröffentlichung von Informationsbroschüren,
Faltblättern und Zeitungsartikeln zur Hospiz-
und Vereinsarbeit,
-
die Pflege der
Internet-Präsenz.
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5. Kooperation
5.1 Zusammenarbeit mit anderen
Hospiz-Vereinen und -Initiativen
Der HVB arbeitet eng mit dem "Deutschen
Hospiz- und PalliativVerband"
und der "Landesarbeitsgemeinschaft Hospize Hessen"
als
übergeordnete Institutionen zusammen und pflegt
Kontakte zu anderen ambulanten und stationären Hospizen mit
dem Ziele des Informationsaustausches und der gegenseitigen
kollegialen Beratung. Mit den 7 anderen Hospiz-Gruppen des Kreises Bergstraße hat der HVB sich zu
einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen, mit dem
Ziel, den Kreis Bergstraße, der - in Bezug auf Hospizarbeit
- bisher noch zu den eher unterversorgten Regionen zählt, zu
einem dichteren Hospiz-Versorgungsnetz mit professionellen
Strukturen zu führen. Dazu gehört die Mitarbeit in
der gemeinsam gegründeten
Hospiz-Stiftung Bergstraße. Diese hat zum Ziel,
die ambulante Hospizarbeit im Kreise zu fördern und den Bau
und den Unterhalt des geplanten "Stationären Hospizes Bergstraße"
zu finanzieren.
5.2 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Der HVB bietet
Dienstleistungen an, stellt Kontakte her oder arbeitet
zusammen mit
- sozialen Einrichtungen
(z.B. Caritas, Diakonie, Behinderteneinrichtungen,
Frauenhaus, Selbsthilfegruppen, u.a.)
- Einrichtungen des
Gesundheitswesens (z.B. Krankenhäusern, ambulanten
Pflegediensten, Pflegeheimen, Arztpraxen, angrenzenden
Hospizdiensten u.a.)
- Bildungseinrichtungen
(z.B. Schulen, Kindertagesstätten, Berufsbildungszentren,
Krankenpflegeschulen u.a.)
- weitere Einrichtungen
(z.B. Kirchengemeinden, Frauen- und Familienzentrum,
Kolpinghaus u.a.)
Der HVB kooperiert mit freien
Dozenten und mit Dozenten anderer Institutionen.
5.3 Berufsübergreifende Hospizarbeit
Der HVB sorgt im Bereich Bensheim/Hessische Bergstraße
für eine enge Verzahnung von kompetenter ärztlicher,
palliativ-medizinischer und -pflegerischer sowie von
Laien getragener hospizlicher Arbeit.
6. Evaluation der Hospizarbeit
Anhand der Qualitätskriterien des
DHPV / der LAG Hospize ist
der Hospiz-Verein Bergstraße ein "ambulanter Hospiz- und
Palliativ- Beratungsdienst" (AHPB). Die Hospizarbeit
des HVB wird dokumentiert. Anhand der Dokumentation und
anhand von Rückmeldungen Betroffener wird die Hospizarbeit
auf Zielerreichung hin (siehe Punkt 3) überprüft. Die
Evaluationsergebnisse werden in den Jahreshauptversammlungen
der interessierten Öffentlichkeit bekannt gegeben. Der HVB
ist offen für interne und externe Verbesserungsvorschläge
und passt die Hospizarbeit den Erfordernissen an.
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