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Deutscher Hospiz- und PalliativVerband (DHPV)
Hospiz- und PalliativVerband Hessen e.V.
(HPVH)

Der Hospiz-Verlag ist
Partner des Deutschen
Hospiz- und
PalliativVerbandes e.V.

 

Letzte Aktualisierung: 15.02.2012

   

Konzept des Hospiz Vereins Bergstraße e.V.

  1. Gründungsidee  

  2. Grundgedanken der Hospizarbeit  

  3. Ziele unserer Hospizarbeit  

  4. Umsetzung der Hospiz-Idee  

  5. Kooperation  

  6. Evaluation der Hospizarbeit 


1. Gründungsidee 

Am 15.12.1994 wurde in Bensheim der Hospiz-Verein Bergstraße e.V. zur ambulanten Begleitung unheilbar kranker und sterbender Menschen gegründet, um deren Lebenssituation in Bensheim und Umgebung zu verbessern. Der Hospiz-Verein Bergstraße e.V. (HVB) ist politisch und konfessionell unabhängig und arbeitet eigenständig und selbstverantwortlich.

2. Grundgedanken der Hospizarbeit  

In der Hospizarbeit setzen sich die HospizhelferInnen für eine liebevolle Begleitung von unheilbar kranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen ein.  Sie möchten

  • ein lebenswertes Leben durch Fürsorge, Beistand und Begleitung in der letzten Lebenszeit im vertrauten Umfeld ermöglichen,  
  • die Würde und Mündigkeit des Menschen bewahren helfen,  
  • die Wünsche des Betroffenen in den Vordergrund stellen,  
  • mithelfen, durch eine gezielte Schmerztherapie die Schmerzen des Kranken in erträglichen Grenzen zu halten,  
  • seelische Schmerzen ernst nehmen und aushalten, 
  • dem Menschen helfen, noch letzte Dinge regeln zu können, 
  • für ihn da sein in seiner besonderen Situation. 

3. Ziele unserer Hospizarbeit  

Wir haben uns zum Ziel gesetzt,  

  • das Sterben, wie die Geburt, als Teil des Lebens anzuerkennen und zu akzeptieren,  
  • Leiden und Sterben weder künstlich zu verlängern noch gezielt zu verkürzen,  
  • sowohl alle Ängste und Bedürfnisse im Zusammenhang mit Leid und Schmerz, als auch Einsamkeit und Verlassenheit wahr- und ernst zu nehmen,  
  • den Sterbenden mit Wahrhaftigkeit und Echtheit, mit menschlicher Nähe und Zuwendung zu begegnen,  
  • das Selbstbestimmungsrecht und die Individualität des Patienten zu achten,  
  • ein Sterben im Kreis der Familie anzustreben und die Voraussetzungen dafür, soweit möglich, zu schaffen,  
  • die trauernden Angehörigen (auf Wunsch) über den Tod des Patienten hinaus zu begleiten und zu unterstützen,  
  • alle ergänzenden Dienste (ambulante Pflege, Essen auf Rädern, Seelsorge u.a.) zu berücksichtigen und in das Versorgungsnetz einzubinden.  

4. Umsetzung der Hospiz-Idee 

Wir setzen die Hospiz-Idee um durch:  

  • die Begleitung unheilbar kranker und sterbender Menschen und deren Angehörigen,
  • die Beratung von Patienten und Angehörigen zu Hause oder in der Geschäftsstelle über Schmerztherapie, palliative Pflege, Patientenverfügungen, ergänzende Dienste u.v.a.m.,  
  • das Anbieten von Einzelgesprächen und Gesprächskreisen für Trauernde,  
  • die Vorbereitung und Schulung von HospizhelferInnen,  
  • die "Begleitung der Begleiter" (u.a. Supervisionen), 
  • eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung der Multiplikatoren und der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in hospizrelevanten Themen, 
  • die Ausbildung von Schülern während ihres Hospiz-Einsatzes in Kooperation mit dem Heilig-Geist-Hospital Bensheim
  • die Betreuung von Praktikanten
  • die Gewinnung von Mitgliedern und Interessenten, 
  • die Verbesserung der Hospizarbeit auf Kreisebene,  
  • Öffentlichkeitsarbeit, z.B.: 
    • die Aufklärung/Information über die Hospizidee in verschiedenen Veranstaltungen, z.B. Gesprächsabenden und Podiumsdiskussionen, 

    • das Halten von Vorträgen und Seminaren in Einrichtungen wie Schulen (Religionsunterricht), Kindertagesstätten (z.B. beim Tod eines Kindes oder eines Angehörigen), Berufsbildungszentren, Behinderteneinrichtungen, Kirchengemeinden (Firm- und Konfirmandengruppen), angrenzenden Hospizdiensten, Selbsthilfegruppen, Krankenhäusern sowie bei ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen, 

    • Information der politischen Gremien auf Gemeinde- und Kreisebene,

    • die Veröffentlichung von Informationsbroschüren, Faltblättern und Zeitungsartikeln zur Hospiz- und Vereinsarbeit, 

    • die Pflege der Internet-Präsenz.

5. Kooperation  

5.1 Zusammenarbeit mit anderen Hospiz-Vereinen und -Initiativen  

Der HVB arbeitet eng mit dem "Deutschen Hospiz- und PalliativVerband" und der "Landesarbeitsgemeinschaft Hospize Hessen" als übergeordnete Institutionen zusammen und pflegt Kontakte zu anderen ambulanten und stationären Hospizen mit dem Ziele des Informationsaustausches und der gegenseitigen kollegialen Beratung. Mit den 7 anderen Hospiz-Gruppen des Kreises Bergstraße hat der HVB sich zu einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen, mit dem Ziel, den Kreis Bergstraße, der - in Bezug auf Hospizarbeit - bisher noch zu den eher unterversorgten Regionen zählt, zu einem dichteren Hospiz-Versorgungsnetz mit professionellen Strukturen zu führen. Dazu gehört die Mitarbeit in der gemeinsam gegründeten Hospiz-Stiftung Bergstraße. Diese hat zum Ziel, die ambulante Hospizarbeit im Kreise zu fördern und den Bau und den Unterhalt des geplanten "Stationären Hospizes Bergstraße" zu finanzieren. 

5.2 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen  

Der HVB bietet Dienstleistungen an, stellt Kontakte her oder arbeitet zusammen mit  

  • sozialen Einrichtungen (z.B. Caritas, Diakonie, Behinderteneinrichtungen, Frauenhaus, Selbsthilfegruppen, u.a.) 
  • Einrichtungen des Gesundheitswesens (z.B. Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten, Pflegeheimen, Arztpraxen, angrenzenden Hospizdiensten u.a.) 
  • Bildungseinrichtungen (z.B. Schulen, Kindertagesstätten, Berufsbildungszentren, Krankenpflegeschulen u.a.) 
  • weitere Einrichtungen (z.B. Kirchengemeinden, Frauen- und Familienzentrum, Kolpinghaus u.a.)

Der HVB kooperiert mit freien Dozenten und mit Dozenten anderer Institutionen.

5.3 Berufsübergreifende Hospizarbeit  

Der HVB sorgt im Bereich Bensheim/Hessische Bergstraße für eine enge Verzahnung von kompetenter ärztlicher, palliativ-medizinischer und -pflegerischer sowie von Laien getragener hospizlicher Arbeit.  

6. Evaluation der Hospizarbeit  

Anhand der Qualitätskriterien des DHPV / der LAG Hospize ist der Hospiz-Verein Bergstraße ein "ambulanter Hospiz- und Palliativ- Beratungsdienst" (AHPB). Die Hospizarbeit des HVB wird dokumentiert. Anhand der Dokumentation und anhand von Rückmeldungen Betroffener wird die Hospizarbeit auf Zielerreichung hin (siehe Punkt 3) überprüft. Die Evaluationsergebnisse werden in den Jahreshauptversammlungen der interessierten Öffentlichkeit bekannt gegeben. Der HVB ist offen für interne und externe Verbesserungsvorschläge und passt die Hospizarbeit den Erfordernissen an.