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Warum
Hospizhelfer?
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Organisatorisches
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Voraussetzungen zur Teilnahme am Hospizhelferkurs im HVB
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Die
Struktur des Grundkurses
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Die
Struktur des Praktikums
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Die
Struktur des Vertiefungskurses
1.
Warum
Hospizhelfer?
Die
Begleitung Schwerkranker und Sterbender geht uns alle an. Es gehört zu den
Grundbedingungen wahrhaft menschlichen Lebens, einander in den Grenzerfahrungen
von Geburt und Tod nicht allein zu lassen.
Über
viele Jahrhunderte hat es zu den selbstverständlichen Pflichten der Gemeinde
gehört, ihre Kranken auf dem letzten Weg zu begleiten. Im Zuge der Tabuisierung
des Todes und seiner Verdrängung aus unserem Alltagsumfeld ist viel von dieser
Selbstverständlichkeit verloren gegangen.
Beides,
die Einsamkeit und Anonymität des Sterbens in Institutionen und die Überforderung
vieler Angehöriger bei der Pflege zu Hause, hat dazu geführt, dass die
Begleitung Sterbender heute wieder als eine Gemeinschaftsaufgabe entdeckt wird.
„Sie sind wichtig, weil Sie eben sind.
Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig,
und wir werden alles tun,
damit Sie nicht nur in Frieden sterben,
sondern auch bis zuletzt leben können.“
(Cicely Saunders)
2.
Organisatorisches
In
der Regel bietet der HVB jährlich einen Hospizhelferkurs an, der in drei
Einheiten gegliedert ist: Grundkurs - Praktikum - Vertiefungskurs. Grund- und
Vertiefungskurs bestehen aus 20 - 22 Einheiten a 2,5 Stunden. Näheres zum
Kursinhalt siehe weiter unten.
Die
Kurse werden jeweils von 2 Kursleiterinnen des HVB geführt, die eine
Weiterbildung zur „Multiplikatorin nach dem VELKD-Modell“ absolviert haben.
Das
Curriculum der Vorbereitungskurse für die HospizhelferInnen orientiert sich am
Kursleitungs-Handbuch zur Begleitung Schwerkranker und Sterbender: „Verlass
mich nicht, wenn ich schwach werde“ von Andreas
Ebert und Peter Godzik, E.-B.-Verlag Hamburg.
Anmeldungen
zu Hospizhelferkursen werden in der Geschäftsstelle
entgegengenommen. Die Interessenten werden dann zu einer
Informationsveranstaltung eingeladen. Selbstverständlich können Interessenten
auf Wunsch auch Einzelgespräche mit einer Kursleiterin führen. Die Kurse sind
kostenlos, allerdings wird erwartet, dass die Teilnehmer Vereinsmitglieder
werden. Spenden sind natürlich herzlich willkommen.
Nach
Abschluss des Kurses werden die HospizhelferInnen für Sterbe- und
Trauerbegleitungen eingesetzt, wobei persönliche Schwerpunkte der
HospizhelferInnen berücksichtigt werden. Die Einsätze werden, in sich ergänzender Zusammenarbeit,
von der Koordinatorin und den Kursleiterinnen/der
Palliative-Care-Fachkraft koordiniert. Dazu gehört auch die Vermittlung
von und Kooperation mit anderen Hilfsdiensten, Ärzten, Krankenhäusern und
anderen Einrichtungen.
In der Regel sind 2/3 der HospizhelferInnen im Einsatz und legen
nach einer abgeschlossenen Sterbe- oder
Trauerbegleitung eine Pause von selbstbestimmter Dauer ein.
In 4-wöchentlichem Turnus treffen sich die HospizhelferInnen
kursweise unter Leitung einer Supervisorin und einer Kursleiterin zu
Supervisionen, Fallbesprechungen und kollegialer Beratung. Die HospizhelferInnen
bereiten diese Abende z.T. selber vor, halten gegenseitig Vorträge und bieten
Meditationen an.
Einmal jährlich bietet der HVB den HospizhelferInnen
„Einkehrtage“ in Seminarhäusern an, in denen die HospizhelferInnen unter
fachlicher Begleitung „seelisch auftanken“ können.
Die HospizhelferInnen erhalten regelmäßig Fortbildungen zu
Themen wie z.B.:
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Schmerztherapie und Symptomkontrolle
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Kommunikation und Selbsterfahrung
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Rituale in der Sterbebegleitung und Trauerarbeit
-
Einblick in andere (soziale) Dienste (z.B. Pflegedienst,
Bestattungsunternehmen, Seniorenberatungsstellen)
-
Sterben
und Trauer in anderen Kulturen und Religionen.
Die Sterbe- und Trauerbegleitungen werden von den
HospizhelferInnen dokumentiert und von der Koordinatorin statistisch
erfasst. Bei den Jahreshauptversammlungen werden die Zahlen den Mitgliedern
vorgetragen. Darüber hinaus ist die anonymisierte Statistik für Mitglieder und
Interessierte in der Geschäftsstelle einsehbar.
Der HVB beteiligt sich an der bundesweiten standardisierten
Dokumentation der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz.
3.
Voraussetzungen zur Teilnahme am Hospizhelferkurs im
Hospiz-Verein Bergstraße e.V.
Im Kurs
„Sterbende begleiten“ wenden wir uns als Gruppe wichtigen und
essentiellen Themen unseres Lebens und Sterbens zu. Die
Teilnehmer übernehmen später, wenn sie in der Sterbebegleitung
tätig sind, eine große Verantwortung und sind vielfältigen
Problemen, Krisen und Schwierigkeiten ausgesetzt. Natürlich
erleben sie auch viel Schönes und vor allem Bereicherndes.
Die
Kursleiterinnen haben eine große Verantwortung für die
Ehrenamtlichen. Sie müssen sie sinnvoll und einfühlsam einsetzen
und in ihrer Tätigkeit begleiten. Sie
müssen sie schulen, fortbilden, begleiten und manchmal auch vor
sich selber schützen: vor dem Ausbrennen bewahren oder durch
Gespräche und Supervision entlasten.
Daher ist es
wichtig, dass die zukünftigen HospizhelferInnen sehr sorgfältig
und verantwortungsbewusst ausgewählt werden.
Was wir
bieten:
-
einen in
sich geschlossenen und in seinen Schritten aufeinander
aufbauenden Kurs
-
einen
Lernprozess in der Gruppe für den Einzelnen
-
einen
geschützten Raum, in dem Gefühle, Erinnerungen, Ideen,
Eindrücke etc. ihren Platz haben und Vertrauen wachsen kann
-
die
Gruppe als tragfähige Gemeinschaft
-
eine
Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie, der eigenen
Spiritualität, aber auch Schwerem in unserem Leben
-
eine
umfangreiche Sammlung an schriftlichem Material, Kopien,
Meditationstexten, Infobroschüren etc.
-
innerhalb und nach der Schulung Fortbildungen, Seminare,
Vorträge, Einkehrtage und Unterstützung vielfältiger Art.
Was wir
erwarten:
-
Der/die
Bewerber/in soll die Bereitschaft mitbringen
-
sich auf
das christliche Leitbild einzulassen
-
sich mit
sich selbst auseinanderzusetzen
-
sich der
praxisbegleitenden Reflexion zu stellen
-
sich auf
das Lernen in der Gruppe einzulassen (Partner- und
Kleingruppenarbeit)
-
regelmäßig und verbindlich an den Veranstaltungen
teilzunehmen (Ehrenamt hat nichts mit Beliebigkeit zu tun!)
-
nach
Abschluss der Schulung als ehrenamtliche/r Helfer/in für den
Verein tätig zu sein - d.h. insbesondere über
dementsprechende Zeitressourcen zu verfügen.
-
Aus
versicherungsrechtlichen Gründen (Unfall auf dem Weg zum
Gruppenabend oder zum Patienten, Haftpflicht etc.) ist eine
Mitgliedschaft im Hospizverein Voraussetzung für die
Teilnahme.
-
Für die
Materialkosten, die während des Kurses entstehen, erheben
wir eine Pauschale von 60 €.
Daher
sollten die Teilnehmer neben einer großen Sensibilität auch über
ein hohes Maß an Belastbarkeit verfügen.
Was der Kurs
nicht ist:
-
Der Kurs
ist KEINE Therapiegruppe für Menschen, die eigentlich eine
Psychotherapie oder Gesprächstherapie bräuchten.
-
Er ist
KEINE Trauergruppe.
-
Er ist
KEIN Familienersatz für Menschen, die zu Hause keinen
Rückhalt haben und ein Stück Heimat suchen.
-
Er ist
KEINE Fortbildungsveranstaltung für Personen, die in ihrem
beruflichen Umfeld mit Schwerkranken und Sterbenden zu tun
haben und nicht vorhaben, ehrenamtlich für den Verein tätig
zu sein.
Bedenken
Sie; ein Hospizdienst kann nur bestehen, wenn ihm wirklich
Ehrenamtliche zur Verfügung stehen.
Ausschlusskriterien:
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Mitgliedschaft in einer Organisation, die sich für aktive
Sterbehilfe einsetzt
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Mitgliedschaft in einer Sekte und in diesem Zusammenhang
übergroßes religiöses Sendungsbewusstsein (wir sind keine
Missionierungsgruppe!!!)
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laufende
oder geplante Psychotherapie, psychiatrische Erkrankung,
insbesondere Depression oder Sucht
-
bevorstehende gravierende Veränderung der Lebenssituation
(Umzug, andere Aufgaben, weitere Ausbildung)
4.
Die
Struktur des Grundkurses
Wahrnehmen
Mitgehen
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Spüren,
wie wohltuend Begleitung sein kann,
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den
Weg des Sterbenden verstehen,
-
ihn
begleiten.
Zuhören
Verstehen
Weitergehen
Bleiben
-
Einander
nahe sein können,
-
pflegen,
trösten, beistehen, da sein.
Loslassen
Aufstehen
-
Einen
eigenen Weg weitergehen,
-
auf
Veränderungen achten,
-
Hoffnung,
Trauer, Veränderung.
5.
Die
Struktur des Praktikums
Nach
der Einführungsphase gehört zum Projekt „Sterbende begleiten“ ein ca. sechsmonatiges Praktikum im Besuchsdienst.
In
dieser Zeit besuchen die Kursteilnehmer regelmäßig
(ein- bis zweimal pro Woche) einen schwerkranken oder sterbenden Menschen zu
Hause oder im Altenheim.
Alle
vier Wochen trifft sich die Gruppe mit dem Leitungsteam zur Fallbesprechung und
zum Erfahrungsaustausch.
Bei
den Besuchen können Gesprächsprotokolle erstellt werden, die die Reflexion des
Erlebten erleichtern.
Während
der Zeit des Praktikums wird die theoretische Vorbereitung auch durch einige
praktische Übungen in der Krankenpflege ergänzt, ohne den Anspruch,
professionell pflegend tätig werden zu können, sondern um Berührungsängste
und einer Überforderung in der Begegnung mit schwerkranken Patienten
vorzubeugen.
6.
Die
Struktur des Vertiefungskurses
gerufen –
Was/wer ruft uns in eine bestimmte Situation, veranlasst uns
etwas zu tun? ...
gefragt
–
In der Sterbebegleitung sind wir nach unseren Möglichkeiten und
Ressourcen gefragt
bedacht –
Wer sind wir? Was „lähmt“ uns? Wem geben wir uns zu erkennen
bzw. können wir uns zu erkennen geben?
gelöst –
Was ist Befreiung? Wer kann Lasten von uns nehmen? Wie können
wir Entlastung gewähren?
gedeutet
–
Wie deuten wir, was geschieht? Vor welchem Hintergrund verstehen
wir einen anderen Menschen, versteht er sich selbst?
begrenzt –
Auf welche Grenzen stoßen wir bei uns und bei anderen – und wie
gehen wir mit ihnen um.
entdeckt
–
Wir entdecken was verdeckt – bei uns und anderen
bewegt –
Was bewegt uns am Ende des Kurses – am Ende einer Begleitung? |