Home

Startseite / Aktuelles
Sitemap
Kontakt / Impressum
Wegbeschreibung

 
Der Verein
Konzept
Satzung
Wir stellen uns vor
Mitgliedschaft
Spenden
 
Das Hospiz
Stationäres Hospiz Bergstraße
 
Die Stiftung
Hospiz-Stiftung Bergstraße
 
Unsere Angebote
Palliativ-Care-Beratung
Sterbebegleitung
Trauerbegleitung
Hospizhelferkurse
Vorträge / Seminare
Praktikanteneinsatz
Ehrenamtscafé
Café für Trauernde

Trauerfrühstück
 
HVB-Infos
Hospizbriefe und Quartalsbriefe
Jahresberichte
Häufig gestellte Fragen
erbrechtliche Fragen
 
Zum Stöbern
Texte, Gedichte
Humor im Hospiz
Bildergalerie (Ausstellung)
Power-Point-Präsentationen
 
Allgemein-Hospizliches
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband (DHPV)
Hospiz- und PalliativVerband Hessen e.V.
(HPVH)

Der Hospiz-Verlag ist
Partner des Deutschen
Hospiz- und
PalliativVerbandes e.V.

 

Letzte Aktualisierung: 24.04.2012

   

Texte und Gedichte
Themenbereich "Trost"

Folgende Texte und Gedichten haben wir im Laufe der Zeit gesammelt. Bei einigen fehlen uns leider die Verfasser.
Uns ist auch nicht bekannt, ob die Texte unter Copyright stehen. Wenn Sie von einem uns nicht bekannten Verfasser oder von einem Copyright Kenntnis haben, informieren Sie uns doch bitte:
post@hospiz-verein-bergstrasse.de
 

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorüber gezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“

(Von: Margaret Fishback Powers
Copyright ©1964 Margaret Fishback Powers
Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen. www.brunnen-verlag.de)

Auferstehung von den Toten

Es geschah, das in einem Schoss Zwillingsbrüder empfangen wurden. Die Wochen vergingen, die Knaben wuchsen heran. In dem Maß, in dem ihr Bewusstsein wuchs, stieg die Freude: „Sag, ist es nicht großartig, dass wir empfangen wurden? Ist es nicht wunderbar, dass wir leben?“

Die Zwillinge begannen ihre Welt zu entdecken. Als sie aber die Schnur fanden, die sie mit ihrer Mutter verband und die ihnen die Nahrung gab, da sangen sie vor Freude: „Wie groß ist die Liebe unserer Mutter, dass sie ihr eigenes Leben mit uns teilt!“

Als die Wochen vergingen und schließlich zu Monaten wurden, merkten sie plötzlich, wie sehr sie sich verändert hatten. „Was soll das heißen?“, fragte der eine. „Das heißt“, antwortete der andere, „dass unser Aufenthalt in dieser Welt bald ihrem Ende zugeht.“ – „Aber ich will gar nicht gehen“, erwiderte der eine, „ich möchte für immer hier bleiben.“ – „Wir haben keine andere Wahl“, entgegnete der andere, „aber vielleicht gibt es ja ein Leben nach der Geburt!“ – „Wie könnte das sein?“, fragte zweifelnd der erste, „wir werden unsere Lebensschnur verlieren und wie wollten wir ohne sie leben können? Und außerdem haben andere vor uns diesen Schoß verlassen und niemand von ihnen ist zurückgekommen und hat uns gesagt, dass es ein Leben nach der Geburt gibt. Nein, die Geburt ist das Ende!“

So fiel der eine von ihnen in tiefen Kummer und sagte: „Wenn die Empfängnis mit der Geburt endet, welchen Sinn hat dann das Leben in diesem Schoß? Es ist sinnlos. Womöglich gibt es gar keine Mutter hinter allem.“ – „Aber sie muss doch existieren“, protestierte der andere, „wie sollten wir sonst hierher gekommen sein? Und wie könnten wir am Leben bleiben?“

„Hast du je unsere Mutter gesehen?“, fragte der eine. „Womöglich lebt sie nur in unserer Vorstellung. Wir haben sie uns erdacht, weil wir dadurch unser Leben besser verstehen können.“

Und so waren die letzten Tage im Schoß der Mutter gefüllt mit vielen Fragen und großer Angst. Schließlich kam der Moment der Geburt. Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie ihre Augen. Sie schrieen. Was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume.

(Klaus Berger)

 

 

Was es heißt, einen anderen Menschen zu trösten

  Den anderen in den Arm nehmen
ihm die Hand geben
ihn an die Brust ziehen
ihm über das Haar streichen
ihm sanft die Wange berühren
ihn ganz fest umarmen
ihn hin- und herwiegen

ihn warm halten
ihm die Hand auflegen
ihm die Hand aufs Knie legen
den Kopf über ihn beugen
mit dem Gesicht ihm ganz nahe kommen
ihn an der Hand nehmen
ihn geleiten

das Kind auf den Arm nehmen
ihm die Tränen abtrocknen
Wange an Wange legen
liebevoll die Hand des anderen küssen
die Innenfläche beider Hände küssen
den Namen in die Hand schreiben
mit ihm schweigen
mit ihm Musik hören
mit ihm lesen
mit ihm beten
mit ihm wenig und leise sprechen
mit ihm weinen
ihm zuhören
ihn erzählen lassen
ihn berichten lassen
leise, behutsame  Fragen stellen
nach ihm fragen

glückliche Stunden mit ihm in Erinnerung rufen
mit ihm Bilder und Fotografien anschauen
mit ihm freundlich reden
Kontakt mit ihm halten
ihn der erfahrenen Liebe sicher machen
Gewissheit der Treue und Liebe vermitteln
ihm Hilfe zusagen
für ihn Hilfe suchen
ihm Beistand versprechen
auf die unausgesprochenen Rufe antworten
auf das Schreien hören
mit ihm das Entsetzen teilen
ihm die Angst, die Wut und den Zorn nicht ausreden  

Beieinandersein –
in der Familie
in der Gruppe
unter Freunden
die Zeichen der Not verstehen
die stumme Bitte begreifen
eigen, dass er sich auf dich verlassen kann
Schutz zusichern
Zuversicht stärken
versprechen zu helfen, zu schützen, zu vermitteln
Zuversicht teilen, dass eine bessere Zukunft kommen muss
Zuversicht teilen, dass Heilung und Besserung gelingt
Zusicherung des Geliebtwerdens
ihm das Gesicht zuwenden
ihn anschauen
einfach neben ihm sitzen
da sein
auf ihn zugehen
ihn liebevoll anschauen
auf ihn warten
ihn besuchen
ihm schreiben
für ihn sorgen
für ihn da sein
mit ihm essen, mit ihm trinken
ihm nahe sein
über Nacht bei ihm wachen
bei ihm bleiben
Trost nicht aufdrängen
sein Schweigen respektieren
mit ihm nach dem Sinn fragen
keine fertigen Antworten haben
gute Gedanken in ihm wecken
Gutes über den Toten sagen
Gutes über das Verlorene sagen
den Verlust aussprechen.  

Hoffnung teilen auf Vergebung
Hoffnung teilen auf Verzeihung
Hoffnung teilen auf Huld und Gnade.

(Marielene Leist hat in dem Text zusammengestellt, wie sich das  Bleiben und das Trösten gestalten kann. 
Die Autorin hat bei diesem Text in erster Linie das Trösten eines Trauernden im Sinn. 
Aber fast alles lässt sich auch auf die Begleitung eines Sterbenden anwenden. 
Der Prozess des Sterbens und der Prozess des Trauerns sind sich sehr ähnlich, 
weil es bei beiden darum geht, loszulassen und Abschied zu  nehmen.
Vielleicht wollen Sie das streichen, was für Sie nicht passend ist.) 

 

 

Licht und Schatten auf Deinen Wegen:

Beides wird dir Weisung und Segen, wenn du es als Spiel des Lebens durchschaust und im Wandel dem Wandellosen vertraust.

Wenn wir uns einsam und verlassen fühlen, fern vom Versehen der Menschen unsere eigenen schweren Wege gehen, die niemand mit uns geht, spricht die Natur zu uns:

Die Schneeflocken fallen zärtlich, tröstlich auf uns nieder, der Wind umarmt und liebkost uns, die Sonne legt sich wie eine gute, warme Hand auf uns, die Dunkelheit nimmt uns ans Herz, verbirgt und schützt uns wie eine Mutter

 

 

Trösten

  Die Situation  aufnehmen. Erkennen, dass Du helfen musst.
Einer ruft Dich. Du wirst gebraucht.
Nimm Deine Hand zu Hilfe: Streicheln.
Gebrauche Deinen Mund: Fragen.
Benutze Dein Ohr: Zuhören.
Verwende Dein Gehirn: Zusammenhänge klarmachen.
Setze Dein Herz ein: Alternativen aufzeigen.
Trösten ist Arbeit an der Seele des Anderen.
In Zusammenarbeit mit Gott.

(Uwe Kynast, 1943-1985; aus  "Verwaiste Eltern" 1995)

   

 

Das Lied von der Anderwelt

  Es gibt einen See in der Anderwelt,
drin sind alle Tränen vereint,
die irgend jemand hätt' weinen sollen
und hat sie nicht geweint.

Es gibt ein Tal in der Anderwelt,
da gehen die Gelächter um,
die irgend jemand hätt' lachen sollen
und blieb statt dessen stumm.

Es gibt ein Haus in der Anderwelt,
da wohnen wie Kinder beinand'
Gedanken, die wir hätten denken sollen
und waren nicht imstand.

Und Blumen gibt's in der Anderwelt,
die sind aus der Liebe gemacht,
die wir uns hätten geben sollen
und haben's nicht vollbracht.

Und Kommen wir einst in die Anderwelt,
viel Dunkles wird sonnenklar,
 
denn alles wartet dort auf uns,
was hier nicht möglich war.

(Michael Ende)

 

 

Man muss nie verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder.  
Was abfallen muss, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen.
Man muss in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt.

(Rainer Maria Rilke)