| Trauer ist eine sehr persönliche
und schwerwiegende Erfahrung, entsprechend verschieden sind die Wege durch
die Trauer. Viele Eltern hoffen, mit dem Tod des Kindes selber fertig zu
werden, und sie erleben, dass Angehörige und Freunde zur Tagesordnung zurückkehren,
und sie bleiben mit ihrem Kummer allein.
Sie erleben, dass die Trauer
um den Verlust des Kindes ihre Lebenstüchtigkeit einschränkt. Schlafstörungen,
Konzentrationsschwäche, unkontrollierte Wutausbrüche – eine endlose
Zahl von Symptomen können eine starke Eigendynamik entwickeln, so dass die
Eltern kaum eine Chance haben, sich mit ihrer Trauer alleine wieder
zurechtzufinden.
Sie müssen den Weg durch die
Trauer gehen, wissen jedoch nicht wie.
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Mohn, Symbol für Trauer
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Worüber
wird in den Trauergruppen gesprochen?
Das ist völlig unterschiedlich und richtet sich nach den
TeilnehmerInnen. Die besonderen Themenkreise, die in der Gruppe zur
Sprache kommen können, sind z.B.: das Warten darauf, dass das Kind
wiederkommt, das Gefühl der Leere (leerer Bauch, leere Arme, leere
Wohnung, leere Zeit), das Erlebnis eines ständigen inneren Dialogs mit
dem Kind, Gefühle von Schuld und Versagen, das Hadern mit Gott und der
Welt und vieles andere mehr.
Gibt
es außer den Gesprächen noch etwas, was die Teilnehmer als hilfreich
empfinden?
Ja, nämlich all das, was
die Trauer tragbar macht, denn
es führt kein Weg an der Trauer vorbei sondern nur durch sie hindurch,
wenn sie nicht zu einer Lebensbehinderung werden soll. In der Gruppe
erfahren die Menschen Zeit für Trauer, Zeit für Gemeinschaft, Zeit für
Ermutigung, Zeit für Stärkung.
Wer
kann teilnehmen?
Eingeladen sind alle Eltern, die ihr Kind durch
Fehlgeburt, Frühgeburt, Totgeburt oder kurz nach der Geburt verloren
haben. Eltern können kommen, wie sie wollen – allein oder mit ihrem
Partner – so lange teilnehmen, wie sie es wünschen und wie sie die
Gruppe als hilfreich erleben. Die Betroffenen können in der Gruppe
sprechen, sich einbringen oder einfach da sein und zuhören.
Der
Hospiz-Verein Bergstraße e.V. bietet seit Jahren Gesprächskreise für
trauernde Angehörige an. Im Herbst 2002 fand erstmalig eine
„Trauergruppe für verwaiste Eltern“ statt. Zur ambulanten hospizlichen Arbeit gehört nicht nur die
Sterbebegleitung, sondern auch die Unterstützung und Begleitung der Angehörigen
während des Sterbe- und Trauerprozesses.
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