Modisches Accessoire
Zum 1. Geburtstag des stationären Hospizes Bergstraße sind
zahlreiche Gäste gekommen.
Besonders gefreut habe ich mich, als ich Frau F. entdeckte, eine
ganz liebe alte Dame, die ich lange begleitet hatte, der es aber
mittlerweile wieder ganz gut geht. Ihre positive Art, die Dinge
zu sehen, ihre fröhliches Wesen und ihr Humor haben es mir
besonders angetan.
Als sie mich sah, kam sie sofort auf mich zu und wir fielen uns
in die Arme.
Da gerade eine Führung durch das Hospiz angesagt war, begleitete
ich Frau F. zur Treppe. Sie lief zwei Stufen vor mir. Dabei sah
ich, dass Frau F. am Unterschenkel eine seltsame Vorrichtung
hatte, die von der Ferse bis zur Wade reichte und die ich
zunächst als Schiene identifizierte. Beim genaueren Hinsehen
wurde mir klar, dass es ein Schuhanzieher war, den Frau F. wohl
im Schuh vergessen hatte. Ich berührte Frau F. am Arm und sagte:
„Bleiben Sie mal einen Moment stehen, Frau F., Sie haben da was
am Schuh!“, zog den Schuhlöffel raus und überreichte ihn ihr. Im
ersten Moment schaute Frau F. erstaunt, grinste dann aber und
sagte: „Wussten Sie nicht? Das trägt man heute so!“
"Neuer
Ausbildungszweig"
Die Hospizschwester ist zu Gast bei einem Ehepaar. Beide sind
schwer krebskrank, aber es herrscht dennoch eine erfreulich
heitere Stimmung. Zwei der erwachsenen Kinder sind ebenfalls
anwesend. Im Verlauf des Gespräches…
Hospizschwester: „Es fällt mir auf, wie wichtig es für Sie ist,
Ihre Angelegenheiten zu regeln und alles in Ordnung zu bringen.“
Patient: „Ja, das ist doch jetzt meine Arbeit! Ich bilde meine
Angehörigen zu Hinterbliebenen aus!“
Fastnacht
Die Hospizschwester betreut eine Dame, der ihr Engagement im
Karnevalsverein immer viel bedeutet hat. Jetzt ist Dezember und
der Patientin geht es zusehends schlechter.
Patientin: „Ach weißt du, ich würd' ja so gerne noch Weihnachten
erleben. Gell, an Weihnachten leb ich doch noch.“
Hospizschwester: „Na, das möchte ich meinen, ich wünsch es dir
jedenfalls…“
Patientin: „Aber Fastnacht, das wär' noch wichtiger! Ich werd doch
nicht vor der Fastnacht sterben!!! Da versau ich meinen Kindern ja
die ganze Kampagne!“
Rainfarn
Als wir noch keinen Dienstwagen hatten, fuhr ich
mal
meine Kollegin zu einem Erstbesuch. Die Angehörigen hatten uns
genau beschrieben, wie wir dahin kommen und betont, sobald wir auf
den Feldweg kämen, sollten wir immer geradeaus weiterfahren, dann
kämen wir genau auf deren Hof.
Als wir auf besagten Feldweg fuhren, sahen wir rechts und links
Getreidefelder. Der Wegrand war übervoll mit üppig blühendem
Rainfarn. Ich liebe diese goldgelben knubbeligen Blüten des
Rainfarns. Verzückt rief ich: "Rainfarn, Rainfarn, Rainfarn,
überall Rainfarn!!!", worauf meine Kollegin sagte: "Wir fahren
überhaupt nicht überall rein, wir fahren geradeaus weiter!"
Berechnung des Benzin-Verbrauchs
Vorstandsvorsitzender: "Du bist aber ganz zufrieden mit dem
Dienstwagen?"
Palliative-Care-Fachkraft: "Ja, doch."
Vorstandsvorsitzender: "Was verbraucht der denn so?"
Palliative-Care-Fachkraft: "So zwei bis drei Tankfüllungen im
Monat."
Vorstandsvorsitzender: "Das ist aber eine sehr weibliche
Mengenangabe!"
Schmetterlinge
Alle Vierteljahre erhalten unsere Mitglieder und Interessenten
Infobriefe. Dann müssen 1400 dieser
"Quartalsbriefe" gefaltet
werden. Manchmal
kommen noch andere Infos dazu, dann wird die doppelte Menge an
DinA4-Bögen gefaltet und
in Briefumschläge gesteckt.
Zum Glück haben wir tatkräftige Unterstützung durch unser
PRO-Team. Ein Mal half unser zweiter Vorsitzender mit. Während er
so vor sich hin faltete, sagte er: "Früher war ich ein
Schmetterling, heute bin ich ein Falter..."
Hartz IV
Auf dem Dankeschönfest für unsere Ehrenamtlichen 2006, sagte
unser poetisch veranlagter, ehemaliger zweiter Vorsitzender Dieter Hamjediers am Ende seiner
Ansprache:
Im Zeichen von
Hartz-IV möchte ich Ihren „Lohn“ noch anders umschreiben: Ihre
Arbeit wird entlohnt mit
| - |
einem
Lächeln, |
| - |
einer Träne, |
| - |
einem kaum spürbaren Händedruck, |
| - |
einem kaum hörbaren „Danke“ – |
vier Arten des
Dankens, die vom Herzen kommen und zum Herzen gehen:
S I E werden entlohnt nach HERZ-IV.
Wehe dem Raubkopierer!
Der Sänger, Texter und Musiker
Jonathan Böttcher verkauft
verschiedene CDs ("Alles hat seine Zeit", "Licht und Liebe", "Farben für den
Winter", "Feelsaitig", "Hell die Nacht") und spendet von jeder verkauften CD 5 €
der Hospiz-Stiftung Bergstraße zum Bau des stationären Hospizes.
Die Palliative-Care-Fachschwester Doris Kellermann war sehr
besorgt, dass nicht nur Jonathan Böttcher, sondern nun auch die
Stiftung durch Raubkopien geschädigt werden könnte.
Wie sollte sie die Leute vor Raubkopien warnen? Sie hatte eine Idee,
und ihre Kollegin Jeca Blank setzte sie um. Nun klebt auf jeder
CD-Hülle folgendes Bildchen:

Da babbelt ein
Bensheimer, der gute Erfahrung mit dem Hospiz-Verein gemacht hat:
Woas hammer dess joahr fehr enn schaine Herbscht. Mer kennt
goarnett glaawe, dass schunn ball die goanze traurische Feierdäg
oan de Himmel kumme. Do werds November un die Leid krieje ehr
Depressione un all sinn mer sou traurisch, dass de Summer jetzt
endgildisch rum iss.
In deere Joahreszeit hott de Hospizverein in Bensem am meischde zu
due. Weil uff oa mol wolle die Leid all was vumm Sterwe hejern,
die wu dess es goanze Johr nett indressiert. Die im Hospizverein
mache eh rischdisch gudi Ähwett. Woanns schwierisch werd, und die
schwerkroange Patiende Schmerze krije, doann sinn die zur Stell.
Nett blouß, dass die sich auskenne mit goanz starke Medikamende,
die howwe ach Zeit fähr die seelische Schmerze. Woann oahner
Angscht hott orrer verzweifelt iss, doa hehrn die sich dess oah
unn renne nett defuh. Freilisch krieht dess nett waiglisch jemand
mit, was die bei de Leid dehoam im Schloofzimmer sou mache, awwer
dodefer sinn jo die Vorträg gut, vunn denne es im Herbscht jedi
Meng gibt. Die meischde Leid wolle jo dehom sterwe unn meischdens
krieje die dess ah hie, woan dere Familie rischdisch geholfe werd.
Awwer es gibt ach goanz schwere Fäll, do gaiht dess nett. Awwer
wer will soi ledschde Doach im Schpidal verbringe, wou mer jo
schunn sou oft woar unn wou mer immer drou denke muss, was do
alles passiert iss und sou weider. Woanns dehom schunn nimmer
gaiht, doann solle die Leid wenigschdens unnergbrocht und
liebevoll gepflescht wern wu's faschd sou is wie dehom. Desweje
wolle die vumm Hospizverein jetzt eh Haus baue, extra fer sou
schwerkroange Leid. In sou emm Haus iss nett blouß Zeit fer die
Kroange sondern aach fer die Oagehärische. Die Familie brauchd
nehmlisch nett selden maj Hilf, wie der Kroange selbscht. Wolle
mer mol hoffe, dass dess bald was werd mit dem Hospiz in Bensem,
unn die Leid nimmer blouß im November drou denke, dass dess Sterwe
zum Läwe dezugehärd.
Der Vorteil
von Sterbebegleitung (statt Sterbehilfe)
Eine schwerkranke Patientin in
stark reduziertem Allgemeinzustand bat immer wieder darum, dass
man ihr Leben beenden möge. Selbstverständlich lehnte die
Hospizhelferin dies ab und versuchte, die Frau auf vielerlei
andere Weise zu unterstützen. Nach einigen Wochen stabilisierte
sich der Zustand der Frau und verbesserte schließlich sich sogar
so drastisch, so dass die Dame die Depression überwand und zu
einem selbstständigen, frohen Alltag zurückfinden konnte. Nach
einigen Monaten traf sie die
Hospizhelferin
auf der Straße und berichtete von
einem überaus beglückenden Ereignis in ihrer Familie.
Überschwänglich bemerkte sie dazu: “Was für ein Glück, dass du das
damals nicht gemacht hast, was ich von dir verlangt hab. Stell dir
vor, ich wäre gestorben. Was tät ich mich jetzt ärgern, wenn ich
tot wäre und das nicht mehr erleben könnte!!!“
"Die habbe mer den Tod geschickt"
Eine angehende Hospizhelferin
hat im Hessischen Landesmuseum die Unterlagen zur Ausstellung
"Der Tod - Zur Geschichte des Umgangs mit Sterben und Trauer
in Hessen" bestellt. Die Unterlagen kamen völlig zerknickt
an. Also fuhr sie zum Landesmuseum, um die Unterlagen umzutauschen
und trug ihr Anliegen am Empfang vor. Die Empfangsdame rief im
Archiv an und sagte: "Hier is e Frah, die habbe mer den Tod
geschickt, der kam abber net a, die will jetzt umdausche!"
Eingesandt von Monika Müller-Herrmann, Frankfurt
(HH = HospizhelferIn)
Auf
der Arbeit
HH:
“Ich kann heut Abend nicht, ich muss zu meinem Kurs.“
Freundin:
„Was für ein Kurs denn?“
HH:
„Ich mache doch gerade einen Hospiz-Helfer-Kurs.“
Freundin:
„Worum geht’s denn da?“
HH:
„Na, da beschäftigen wir uns mit Sterbebegleitung.“
Freundin:
„Waaas, seit wann interessierst du dich denn für Sekten?“
Im
Schreibwarengeschäft
HH:
„Ich hätte gerne so ein Klemmbrett oder eine Mappe.“
Verkäuferin:
„Oh, tut mir leid, da haben wir gar nicht mehr viel Auswahl. Nur
noch dieses Schwarze da.“
HH:
„Na, macht ja nichts, passt ja prima, ist nämlich für ein
Seminar über Sterbebegleitung.“
Verkäuferin:
„Oh, Entschuldigung. Das tut mir leid.“
Im
Flugzeug
Fluggast:
„Na, fliegen Sie auch nach London?“
HH:
„Ja, freilich.“
Fluggast:
„Und? Was machen Sie in England? Urlaub?“
HH:
„Nöö, ich fliege zu einem Seminar.“
Fluggast:
„Ah, zu einem Seminar. Worum geht’s denn? Marketing?“
HH:
„Nöö, Palliative-Care.“
Fluggast:
„Was ist das denn?“
HH:
„Ja, das bedeutet die Pflege von unheilbar Kranken. Also
Sterbebegleitung.“
Fluggast:
„Oh, entschuldigen Sie bitte. Das konnte ich ja nicht ahnen.“
In
der Schule
Lehrer:
„Vielen herzlichen Dank für diesen wunderbaren Einblick in Ihre
Arbeit.“
HH:
„Ach, gerne geschehen, das hat mir doch Spaß gemacht.“
Lehrer:
„Ja, wir, also die Klasse, wollen uns gerne mit einem Geschenk
bei Ihnen bedanken, ja, und da haben wir gedacht, wir besorgen
einen Blumenstrauß, ja, aber dann hatten wir noch eine viel
bessere Idee.“
HH:
„Ach, wie nett.“
Lehrer:
„Bitteschön, dieses wunderschöne Grabgesteck.“
HH:
(mühsam um Fassung ringend) „Au, das wäre doch nicht nötig
gewesen.“
Lehrer:
„Wir wussten, es würde Ihnen gefallen.“
Zu
Hause
Tochter:
„Du Mutti, was ist denn das für ein Kram hier?“
HH:
„Das sind die Unterlagen von meinen Hospizhelferkurs.“
Tochter:
„Was machste denn da?“
HH:
„Da lernen wir etwas über die Begleitung Sterbender.“
Tochter:
„Ach was, da haben die dich genommen, bei deinem Geflenne.“
Am
Info-Stand
Ein
älteres Ehepaar nähert sich vorsichtig.
HH:
„Guten Tag. Na, möchten Sie sich über Hospizarbeit
informieren?“
Mann:
„Was machen Sie denn da?“
HH:
„Nun, wir begleiten Sterbende und Trauernde in diesen schwierigen
Krisenzeiten.“
Frau:
„Nein Danke, wir sind nicht von hier.“
Im
Freundeskreis
HH:
„Du ich kann nächste Woche nicht zu deinem Geburtstag
kommen.“
Freundin:
„Nee, wieso denn nicht?“
HH:
„Ich hab da Hospiz-Helfer-Kurs.“
Freundin:
„Was? Beim Hospiz-Verein Bergstraße?“
HH:
„Ja, genau. Kennst du den Verein?“
Freundin:
„Ja, klar, ich lese immer in der Zeitung von denen.“
HH:
„Und warum kuckst du da so komisch?“
Freundin:
„Ich hätte nicht gedacht, dass das wirklich jemand macht.“
Lustiges
Missverständnis
HH:
„Soll ich dann schon mal die Radieschen schneiden?“
Tante:
(Blickt völlig entgeistert) „Was hast du da gerade gesagt?“
HH:
„Soll ich dann schon mal die Radieschen schneiden?“
Tante:
(lacht sich schepp)
HH:
„Was hast du denn verstanden?“
Tante:
„Soll ich dich denn mal ins Paradies geleiten.“
Aus
der Trauerbegleitung
Eine
ältere Dame, die in einem Wohnblock wohnte, bat inständig und
dringend um Besuch durch den Hospizdienst.
Trauernde:
„Oh, das ist aber nett, dass Sie so bald gekommen sind.“
HH:
„Ja, aber natürlich, dafür sind wir doch da.“
Trauernde:
„Sagen Sie mal, haben Sie eigentlich ein Firmenauto?“
HH:
„Ja, ich habe einen Dienstwagen.“
Trauernde:
„Ach du lieber Gott, was werden denn da die Nachbarn sagen?“
Die
Medien
HH:
„würden Sie denn in Ihrer Zeitung einen Artikel über unsere
Veranstaltung veröffentlichen?“
Presse:
„Was macht Ihr Verein denn?“
HH:
„Wir begleiten Schwerkranke und Sterbende, entlasten die
pflegenden Angehörigen und bieten Seminare für Trauernde an.“
Presse:
„Nein, das interessiert unsere Leser nicht. Und wenn, dann höchstens
im November.“
Zu
Hause
HH
zum 16jährigen Freund des Sohnes: „…ich mache jetzt nämlich
Hospizarbeit.“
Jugendlicher:
„Was machen Sie denn da?“
HH:
„Ich begleite Sterbende.“
Jugendlicher:
„Wie – begleiten – wo schaffen Sie die denn hin?“
In
einem Lehrgang ...
...berichtet eine Teilnehmerin: " Wir gestalten jedes
Jahr einen Gedenkgottesdienst.
Dazu laden wir alle Verstorbenen der letzten zwei Jahre ein ...
äh ... die Angehörigen natürlich."

Wenn
Sie auch lustige Begebenheiten (keine Witze!) weitergeben möchten,
veröffentlichen wir sie gerne
unter Ihrem Namen
wenn wir sie für passend halten!