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Hospiz- und PalliativVerband Hessen e.V.
(HPVH)

Der Hospiz-Verlag ist
Partner des Deutschen
Hospiz- und
PalliativVerbandes e.V.

 

Letzte Aktualisierung: 15.02.2012

   

Humor im Hospiz

Der Mensch hat gegenüber den Widrigkeiten des Lebens drei Dinge zum Schutz:
die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.
(Immanuel Kant)

Modisches Accessoire
Zum 1. Geburtstag des stationären Hospizes Bergstraße sind zahlreiche Gäste gekommen.
Besonders gefreut habe ich mich, als ich Frau F. entdeckte, eine ganz liebe alte Dame, die ich lange begleitet hatte, der es aber mittlerweile wieder ganz gut geht. Ihre positive Art, die Dinge zu sehen, ihre fröhliches Wesen und ihr Humor haben es mir besonders angetan.
Als sie mich sah, kam sie sofort auf mich zu und wir fielen uns in die Arme.
Da gerade eine Führung durch das Hospiz angesagt war, begleitete ich Frau F. zur Treppe. Sie lief zwei Stufen vor mir. Dabei sah ich, dass Frau F. am Unterschenkel eine seltsame Vorrichtung hatte, die von der Ferse bis zur Wade reichte und die ich zunächst als Schiene identifizierte. Beim genaueren Hinsehen wurde mir klar, dass es ein Schuhanzieher war, den Frau F. wohl im Schuh vergessen hatte. Ich berührte Frau F. am Arm und sagte: „Bleiben Sie mal einen Moment stehen, Frau F., Sie haben da was am Schuh!“, zog den Schuhlöffel raus und überreichte ihn ihr. Im ersten Moment schaute Frau F. erstaunt, grinste dann aber und sagte: „Wussten Sie nicht? Das trägt man heute so!“

 

"Neuer Ausbildungszweig"
Die Hospizschwester ist zu Gast bei einem Ehepaar. Beide sind schwer krebskrank, aber es herrscht dennoch eine erfreulich heitere Stimmung. Zwei der erwachsenen Kinder sind ebenfalls anwesend. Im Verlauf des Gespräches…
Hospizschwester: „Es fällt mir auf, wie wichtig es für Sie ist, Ihre Angelegenheiten zu regeln und alles in Ordnung zu bringen.“
Patient: „Ja, das ist doch jetzt meine Arbeit! Ich bilde meine Angehörigen zu Hinterbliebenen aus!“

  

Fastnacht
Die Hospizschwester betreut eine Dame, der ihr Engagement im Karnevalsverein immer viel bedeutet hat. Jetzt ist Dezember und der Patientin geht es zusehends schlechter.
Patientin: „Ach weißt du, ich würd' ja so gerne noch Weihnachten erleben. Gell, an Weihnachten leb ich doch noch.“
Hospizschwester: „Na, das möchte ich meinen, ich wünsch es dir jedenfalls…“
Patientin: „Aber Fastnacht, das wär' noch wichtiger! Ich werd doch nicht vor der Fastnacht sterben!!! Da versau ich meinen Kindern ja die ganze Kampagne!“

 

Rainfarn
Als wir noch keinen Dienstwagen hatten, fuhr ich
mal meine Kollegin zu einem Erstbesuch. Die Angehörigen hatten uns genau beschrieben, wie wir dahin kommen und betont, sobald wir auf den Feldweg kämen, sollten wir immer geradeaus weiterfahren, dann kämen wir genau auf deren Hof.
Als wir auf besagten Feldweg fuhren, sahen wir rechts und links Getreidefelder. Der Wegrand war übervoll mit üppig blühendem Rainfarn. Ich liebe diese goldgelben knubbeligen Blüten des Rainfarns. Verzückt rief ich: "Rainfarn, Rainfarn, Rainfarn, überall Rainfarn!!!", worauf meine Kollegin sagte: "Wir fahren überhaupt nicht überall rein, wir fahren geradeaus weiter!"

 

Berechnung des Benzin-Verbrauchs
Vorstandsvorsitzender: "Du bist aber ganz zufrieden mit dem Dienstwagen?"
Palliative-Care-Fachkraft: "Ja, doch."

Vorstandsvorsitzender: "Was verbraucht der denn so?"
Palliative-Care-Fachkraft: "So zwei bis drei Tankfüllungen im Monat." 
Vorstandsvorsitzender: "Das ist aber eine sehr weibliche Mengenangabe!"

 

Schmetterlinge
Alle Vierteljahre erhalten unsere Mitglieder und Interessenten Infobriefe. Dann müssen 1400  dieser
"Quartalsbriefe" gefaltet werden. Manchmal kommen noch andere Infos dazu, dann wird die doppelte Menge an DinA4-Bögen gefaltet und in Briefumschläge gesteckt. Zum Glück haben wir tatkräftige Unterstützung durch unser PRO-Team. Ein Mal half unser zweiter Vorsitzender mit. Während er so vor sich hin faltete, sagte er: "Früher war ich ein Schmetterling, heute bin ich ein Falter..."

 

Hartz IV
Auf dem Dankeschönfest für unsere Ehrenamtlichen 2006, sagte unser poetisch veranlagter, ehemaliger zweiter Vorsitzender Dieter Hamjediers am Ende seiner Ansprache:

Im Zeichen von Hartz-IV möchte ich Ihren „Lohn“ noch anders umschreiben: Ihre Arbeit wird entlohnt mit

- einem Lächeln,
- einer Träne,
- einem kaum spürbaren Händedruck,
- einem kaum hörbaren „Danke“ –

vier Arten des Dankens, die vom Herzen kommen und zum Herzen gehen:
S I E  werden entlohnt nach HERZ-IV.

 

Wehe dem Raubkopierer!
Der Sänger, Texter und Musiker Jonathan Böttcher verkauft verschiedene CDs ("Alles hat seine Zeit", "Licht und Liebe", "Farben für den Winter", "Feelsaitig", "Hell die Nacht") und spendet von jeder verkauften CD 5 € der Hospiz-Stiftung Bergstraße zum Bau des stationären Hospizes.
Die Palliative-Care-Fachschwester Doris Kellermann war sehr besorgt, dass nicht nur Jonathan Böttcher, sondern nun auch die Stiftung durch Raubkopien geschädigt werden könnte.
Wie sollte sie die Leute vor Raubkopien warnen? Sie hatte eine Idee, und ihre Kollegin Jeca Blank setzte sie um. Nun klebt auf jeder CD-Hülle folgendes Bildchen:

 

Da babbelt ein Bensheimer, der gute Erfahrung mit dem Hospiz-Verein gemacht hat:
Woas hammer dess joahr fehr enn schaine Herbscht. Mer kennt goarnett glaawe, dass schunn ball die goanze traurische Feierdäg oan de Himmel kumme. Do werds November un die Leid krieje ehr Depressione un all sinn mer sou traurisch, dass de Summer jetzt endgildisch rum iss.
In deere Joahreszeit hott de Hospizverein in Bensem am meischde zu due. Weil uff oa mol wolle die Leid all was vumm Sterwe hejern, die wu dess es goanze Johr nett indressiert. Die im Hospizverein mache eh rischdisch gudi Ähwett. Woanns schwierisch werd, und die schwerkroange Patiende Schmerze krije, doann sinn die zur Stell. Nett blouß, dass die sich auskenne mit goanz starke Medikamende, die howwe ach Zeit fähr die seelische Schmerze. Woann oahner Angscht hott orrer verzweifelt iss, doa hehrn die sich dess oah unn renne nett defuh. Freilisch krieht dess nett waiglisch jemand mit, was die bei de Leid dehoam im Schloofzimmer sou mache, awwer dodefer sinn jo die Vorträg gut, vunn denne es im Herbscht jedi Meng gibt. Die meischde Leid wolle jo dehom sterwe unn meischdens krieje die dess ah hie, woan dere Familie rischdisch geholfe werd. Awwer es gibt ach goanz schwere Fäll, do gaiht dess nett. Awwer wer will soi ledschde Doach im Schpidal verbringe, wou mer jo schunn sou oft woar unn wou mer immer drou denke muss, was do alles passiert iss und sou weider. Woanns dehom schunn nimmer gaiht, doann solle die Leid wenigschdens unnergbrocht und liebevoll gepflescht wern wu's faschd sou is wie dehom. Desweje wolle die vumm Hospizverein jetzt eh Haus baue, extra fer sou schwerkroange Leid. In sou emm Haus iss nett blouß Zeit fer die Kroange sondern aach fer die Oagehärische. Die Familie brauchd nehmlisch nett selden maj Hilf, wie der Kroange selbscht. Wolle mer mol hoffe, dass dess bald was werd mit dem Hospiz in Bensem, unn die Leid nimmer blouß im November drou denke, dass dess Sterwe zum Läwe dezugehärd.

 

Der Vorteil von Sterbebegleitung (statt Sterbehilfe)
Eine schwerkranke Patientin in stark reduziertem Allgemeinzustand bat immer wieder darum, dass man ihr Leben beenden möge. Selbstverständlich lehnte die Hospizhelferin dies ab und versuchte, die Frau auf vielerlei andere Weise zu unterstützen. Nach einigen Wochen stabilisierte sich der Zustand der Frau und verbesserte schließlich sich sogar so drastisch, so dass die Dame die Depression überwand und zu einem selbstständigen, frohen Alltag zurückfinden konnte. Nach einigen Monaten traf sie die Hospizhelferin auf der Straße und berichtete von einem überaus beglückenden Ereignis in ihrer Familie. Überschwänglich bemerkte sie dazu: “Was für ein Glück, dass du das damals nicht gemacht hast, was ich von dir verlangt hab. Stell dir vor, ich wäre gestorben. Was tät ich mich jetzt ärgern, wenn ich tot wäre und das nicht mehr erleben könnte!!!“

 

"Die habbe mer den Tod geschickt"
Eine angehende Hospizhelferin hat im Hessischen Landesmuseum die Unterlagen zur Ausstellung "Der Tod - Zur Geschichte des Umgangs mit Sterben und Trauer in Hessen" bestellt. Die Unterlagen kamen völlig zerknickt an. Also fuhr sie zum Landesmuseum, um die Unterlagen umzutauschen und trug ihr Anliegen am Empfang vor. Die Empfangsdame rief im Archiv an und sagte: "Hier is e Frah, die habbe mer den Tod geschickt, der kam abber net a, die will jetzt umdausche!"
Eingesandt von Monika Müller-Herrmann, Frankfurt

 

(HH = HospizhelferIn)

Auf der Arbeit
HH: “Ich kann heut Abend nicht, ich muss zu meinem Kurs.“
Freundin: „Was für ein Kurs denn?“
HH: „Ich mache doch gerade einen Hospiz-Helfer-Kurs.“
Freundin: „Worum geht’s denn da?“
HH: „Na, da beschäftigen wir uns mit Sterbebegleitung.“
Freundin: „Waaas, seit wann interessierst du dich denn für Sekten?“

 

Im Schreibwarengeschäft
HH: „Ich hätte gerne so ein Klemmbrett oder eine Mappe.“
Verkäuferin: „Oh, tut mir leid, da haben wir gar nicht mehr viel Auswahl. Nur noch dieses Schwarze da.“
HH: „Na, macht ja nichts, passt ja prima, ist nämlich für ein Seminar über Sterbebegleitung.“
Verkäuferin: „Oh, Entschuldigung. Das tut mir leid.“

 

Im Flugzeug
Fluggast: „Na, fliegen Sie auch nach London?“
HH: „Ja, freilich.“
Fluggast: „Und? Was machen Sie in England? Urlaub?“
HH: „Nöö, ich fliege zu einem Seminar.“
Fluggast: „Ah, zu einem Seminar. Worum geht’s denn? Marketing?“
HH: „Nöö, Palliative-Care.“
Fluggast: „Was ist das denn?“
HH: „Ja, das bedeutet die Pflege von unheilbar Kranken. Also Sterbebegleitung.“
Fluggast: „Oh, entschuldigen Sie bitte. Das konnte ich ja nicht ahnen.“

 

In der Schule
Lehrer: „Vielen herzlichen Dank für diesen wunderbaren Einblick in Ihre Arbeit.“
HH: „Ach, gerne geschehen, das hat mir doch Spaß gemacht.“
Lehrer: „Ja, wir, also die Klasse, wollen uns gerne mit einem Geschenk bei Ihnen bedanken, ja, und da haben wir gedacht, wir besorgen einen Blumenstrauß, ja, aber dann hatten wir noch eine viel bessere Idee.“
HH: „Ach, wie nett.“
Lehrer: „Bitteschön, dieses wunderschöne Grabgesteck.“
HH: (mühsam um Fassung ringend) „Au, das wäre doch nicht nötig gewesen.“
Lehrer: „Wir wussten, es würde Ihnen gefallen.“

 

Zu Hause
Tochter: „Du Mutti, was ist denn das für ein Kram hier?“
HH: „Das sind die Unterlagen von meinen Hospizhelferkurs.“
Tochter: „Was machste denn da?“
HH: „Da lernen wir etwas über die Begleitung Sterbender.“
Tochter: „Ach was, da haben die dich genommen, bei deinem Geflenne.“

 

Am Info-Stand
Ein älteres Ehepaar nähert sich vorsichtig.
HH: „Guten Tag. Na, möchten Sie sich über Hospizarbeit informieren?“
Mann: „Was machen Sie denn da?“
HH: „Nun, wir begleiten Sterbende und Trauernde in diesen schwierigen Krisenzeiten.“
Frau: „Nein Danke, wir sind nicht von hier.“

 

Im Freundeskreis
HH: „Du ich kann nächste Woche nicht zu deinem Geburtstag kommen.“
Freundin: „Nee, wieso denn nicht?“
HH: „Ich hab da Hospiz-Helfer-Kurs.“
Freundin: „Was? Beim Hospiz-Verein Bergstraße?“
HH: „Ja, genau. Kennst du den Verein?“
Freundin: „Ja, klar, ich lese immer in der Zeitung von denen.“
HH: „Und warum kuckst du da so komisch?“
Freundin: „Ich hätte nicht gedacht, dass das wirklich jemand macht.“

 

Lustiges Missverständnis
HH: „Soll ich dann schon mal die Radieschen schneiden?“
Tante: (Blickt völlig entgeistert) „Was hast du da gerade gesagt?“
HH: „Soll ich dann schon mal die Radieschen schneiden?“
Tante: (lacht sich schepp)
HH: „Was hast du denn verstanden?“
Tante: „Soll ich dich denn mal ins Paradies geleiten.“

 

Aus der Trauerbegleitung
Eine ältere Dame, die in einem Wohnblock wohnte, bat inständig und dringend um Besuch durch den Hospizdienst.
Trauernde: „Oh, das ist aber nett, dass Sie so bald gekommen sind.“
HH: „Ja, aber natürlich, dafür sind wir doch da.“
Trauernde: „Sagen Sie mal, haben Sie eigentlich ein Firmenauto?“
HH: „Ja, ich habe einen Dienstwagen.“
Trauernde: „Ach du lieber Gott, was werden denn da die Nachbarn sagen?“

 

Die Medien
HH: „würden Sie denn in Ihrer Zeitung einen Artikel über unsere Veranstaltung veröffentlichen?“
Presse: „Was macht Ihr Verein denn?“
HH: „Wir begleiten Schwerkranke und Sterbende, entlasten die pflegenden Angehörigen und bieten Seminare für Trauernde an.“
Presse: „Nein, das interessiert unsere Leser nicht. Und wenn, dann höchstens im November.“

 

Zu Hause
HH zum 16jährigen Freund des Sohnes: „…ich mache jetzt nämlich Hospizarbeit.“
Jugendlicher: „Was machen Sie denn da?“
HH: „Ich begleite Sterbende.“
Jugendlicher: „Wie – begleiten – wo schaffen Sie die denn hin?“

 

In einem Lehrgang ...
...berichtet eine Teilnehmerin: " Wir gestalten jedes Jahr einen Gedenkgottesdienst.
Dazu laden wir alle Verstorbenen der letzten zwei Jahre ein ... äh ... die Angehörigen natürlich."

 

Wenn Sie auch lustige Begebenheiten (keine Witze!) weitergeben möchten, veröffentlichen wir sie gerne unter Ihrem Namen
wenn wir sie für passend halten!