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Der Hospizgarten, ein Juwel – nicht nur für Hospizgäste

Als das Hospiz geplant und gebaut wurde (2009-2010) fehlten die Mittel, um das angrenzende Guntrum Gartengelände zu bearbeiten. Es war nach der Stilllegung der Brauerei in einen Dornröschenschlaf verfallen, in dem Brombeerpflanzen alles überwucherten und eine ausufernde Drogenszene gedieh, deren Hinterlassenschaft –  bis zu 10 Spritzen/qm – bei der Rodung des Brombeerdschungels zu Tage traten. Das verwahrloste Gelände war ohne Generalsanierung nicht zu nutzen. Lediglich eine kleine Terrasse nach Osten konnte damals provisorisch planiert werden. Ihre intensive Nutzung verstärkte den Wunsch, sie zu vergrößern und das gesamte Gelände für Gäste und Besucher zu erschließen. Ein mitfühlender Besucher, Hans-Werner von Stutterheim aus Heidelberg, erreichte durch eine zweckgebundene Zuwendung, dass der Hospiz-Verein Bergstraße – dem die Stadt Bensheim das Grundstück auf Pachtbasis überließ – mit der Kultivierung beginnen konnte. Erst diese Mittel ermöglichten die aufwändigen Maßnahmen, die ehrenamtlich nicht leistbar waren.

Die 2017 erheblich vergrößere Terrasse wird seitdem gerne von Hospizgästen und ihren Angehörigen aufgesucht. Von hier aus verläuft ein rollstuhlgängiger Weg bis zur östlichen Grenze des Grundstückes und dann weiter leicht ansteigend auf einen vorhandenen Freisitz mit wunderbarer Aussicht, die vom Königstuhl über Donnersberg bis zum Taunus reicht. Der restliche, größere Teil des Hospizgartens wurde mit Pfaden erschlossen. Das Gartenprojekt erweitert den Lebensraum der Hospizgäste und hilft auch Angehörigen und BesucherInnen, sich ein wenig abzulenken und zu entspannen.

Ansicht Garten
Weinberghäuschen
 

Die Heinrich-Metzendorf-Schule hat im Mai 2017 das ca. 80 Jahre alte, halb verfallene Weinberghäuschen als Übungsstück originalgetreu nachgebaut; im Oktober des gleichen Jahres errichteten Schüler der Handwerkskammer Darmstadt ein Gartenhaus mit Veranda, ebenfalls als Übungsstück. Das  Ausbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Bergstraße schenkte einen selbst erbauten Pavillon, der am „Weg der Erinnerung“ seinen neuen Platz fand. Hier haben die ehrenamtlichen GartenhelferInnen bereits ein buntes Staudenbeet angelegt. In den Randbereichen der Wege werden Duftpflanzen zur Geltung kommen.
Der Bienenzüchterverein Bensheim und Umgebung e.V. hat ein „Bienenrefugium“ in einer Wildblumenwiese erschaffen, durch die ein Lehrpfad mit Schautafeln führt und Bienenkörbe aufgestellt. Im Jahr 2018 haben die Bienen knapp zwei Zentner Honig produziert, der beim Hospiz-Verein gegen eine Spende erhältlich war.
Inmitten der Wildblumenwiese wurden Obstbäume (alte Sorten) gepflanzt. Benjeshecken und Trockenmauern  bieten Kleintieren und Insekten paradiesische Unterschlupfmöglichkeiten. Zum Gartenprinzip  gehört es, möglichst einheimische Gewächse anzusiedeln, die zugleich pflegeleicht sind und vielfältigen Insekten als Nahrungsquelle dienen. Der NABU hat zehn Vogelhäuschen für verschiedene Vogelarten aufgehängt, die im Frühjahr auch von den entsprechenden Vögeln angenommen wurden. Schließlich: Ein Kräuter- und Salatgarten bietet der Hospizküche frische Zutaten, und auf einem 200 qm großen Areal haben Ehrenamtliche Kartoffeln gepflanzt. Schülerinnen der Liebfrauenschule haben hier in einem „Gute-Tat-Einsatz“ zwei Schubkarren voller Kartoffeln für die Hospizküche geerntet.

Fazit: Die langfristige Verpachtung des städtischen Grundstücks und eines damit verbundenen Nachbargrundstücks an den Hospiz-Verein steigert die Lebensqualität unserer Gäste deutlich, und für ihre Angehörigen bietet der Garten einen wichtigen Ort des Rückzugs. Für die Stadt Bensheim dürfte es wichtig sein, dass dieses stadtnahe, ökologisch aufgewertete Gelände dazu beiträgt, die Ziele der Hessischen Biodiversitätsstrategie zu erreichen.

All dies wäre nicht möglich ohne das zuverlässige Engagement vieler Ehrenamtlicher, die nicht nur die gärtnerische Gestaltung, sondern auch den Geist des einmaligen Ensembles prägen.

Gartenhelfer
Pflanzarbeiten im Garten
 

Infos für Menschen, die gerne ehrenamtlich im Hospizgarten mitarbeiten möchten:

Welche Voraussetzungen werden erwartet?
Kenntnisse über die Gartenarbeit sind willkommen, aber keine Voraussetzung. Wichtiger ist die Bereitschaft, mitzumachen und etwas dazuzulernen.

Wann sind die Einsätze im Hospizgarten?
In der Regel treffen sich die ehrenamtlichen HospizgartenhelferInnen alle zwei Wochen samstags vormittags. Kernzeit ist ca. 9:00 bis 12:00 Uhr. Einige kommen schon um 8:00 Uhr, manche arbeiten auch nachmittags weiter. Um 12:00 Uhr machen die Ehrenamtlichen gemeinsam Pause, essen, trinken und plaudern. Meistens sind rund 10 Personen beisammen. Jeweils donnerstags vor dem nächsten Einsatz (und wenn die Wettervorhersage für Samstag steht) informiert die Koordinatorin die Gruppe, welche Gartenarbeiten anstehen. Dann teilen alle mit, wer kommt und wer verhindert ist. Einige kommen regelmäßig, andere hin und wieder. Wer schon eingearbeitet ist, kann nach Absprache mit der Koordinatorin gerne an anderen Tagen allein oder mit anderen im Garten tätig sein.

Wo treffen sich die Ehrenamtlichen?
Wer zum ersten Mal kommt, erhält eine Führung durch den Hospizgarten. An den gemeinsamen Einsatztagen treffen sich die ersten gegen 8:00 Uhr vor dem Hospiz. Wer später kommt, findet die Gruppe im Garten. Durch die Information jeweils am Donnerstag vor dem Samstagseinsatz ist bekannt, in welchem Teil des Gartens sich die Ehrenamtlichen befinden.

Dürfen die Teilnehmenden am Hospiz parken?
Nur wer schweres Material mitbringt (z.B. Pflanzenableger, Blumenerde etc.), darf oben am Hospiz parken. Alle anderen sind gebeten, in den umliegenden Parkhäusern zu parken.

Zuständigkeiten im Hospizgarten:

Projektleiter: Dr. Wolfgang Nieswandt
Projektleiter: Dr. Wolfgang Nieswandt
Gärtner: Michael Marx – unterstützt wochentags auch ehrenamtliche Gartenmitarbeiter. Jeca Blank, Koordinatorin
Gärtner: Michael Marx – unterstützt wochentags auch ehrenamtliche Gartenmitarbeiter.
Jeca Blank, Koordinatorin
Stellvertreter: Prof. Dr. Albert Mühlum
Stellvertreter: Prof. Dr. Albert Mühlum
 

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Kontakt

Hospiz-Verein Bergstraße e.V.
Margot-Zindrowski-Haus
Sandstraße 11
64625 Bensheim
Tel.: 06251-98945-0
post@hospiz-verein-bergstrasse.de